Warum ich Geschichten liebe

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Es war im Mai 1992. Ich war 3,5 Jahre alt und wir feierten den 5. Geburtstag meiner Schwester. Mein Outfit: eine Pluderhose im Karo-Look und ein violettes Shirt. Es war ein wunderschöner, sonniger und warmer Tag. Das Gras war saftig und knallig grün und die Blumen blühten in den buntesten Farben.

Genau so bunt wie unser Garten war auch meine Seele. Ich liebte das bunte, wilde, vielfältige und verspielte. Wir spielten diverse Gruppen-Spiele wie Fangen, Verstecken, etc.

Ich liebte es aber ich war immer ein wenig in meiner eigenen Welt. Sprang wie ein junges Reh in der Wiese umher und suchte immer wieder Freiräume um Aktivitäten alleine nachzugehen. So machte ich beispielsweise Umkehrübungen am Klettergerüst, ließ mich irgendwo runter baumeln oder kraxelte die Rutsche nach oben. Ich machte eigentlich nie das „normale, vorhergesehene“ sondern kreierte immer „meine eigene Version“ aus den zur Verfügung stehenden Dingen.

Mein Papa filmte an diesem und am vorhergehenden Tag immer wieder, um besondere Momente festzuhalten. Ich beobachtete ihn dabei oft, mit einem skeptisch-amüsierten Blick. Ich war immer schon sehr neugierig und liebte es, vor der Kamera zu stehen. Ich liebte es, andere zum Lachen zu bringen. So hatte ich dann auch gleich „meinen großen Auftritt“ vor der Kamera: ich wollte einen Witz erzählen! Ich begann, meinen Lieblingswitz zu erzählen, den mir mein Opa tagtäglich erzählen musste. Nach den ersten paar Worten entschloss ich dann spontan, auch hier wieder meine eigene Version draus zu basteln und veränderte den Inhalt des Witzes komplett. Leider so sehr, dass die Pointe am Ende weder Sinn ergab, noch lustig war, aber das machte nichts, denn meine Eltern lachten dennoch sehr. Ob wegen dem Witz, mir, oder der Art und Weise wie und in welcher Stimmlage ich den Witz erzählte, ist Interpretationssache! ;) Mir machte es super viel Spaß und seither weiß ich: ich liebe es, Geschichten zu erzählen!

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